Gabby Petito vom Verlobten ermordet? „Es gab eine dunkle Seite in dieser Beziehung“ – News Ausland

Ganz Amerika fiebert bei einem der herzzerreißenden Mordkrimis der vergangenen Jahre mit: Nach einem Camping-Trip eines jungen Paares quer durch Amerika ist Gabby Petito (22) tot – ihr Verlobter Brian Laundrie (23) verschwunden.

Petitos Leiche wurde im „Grand Teton“-Nationalpark in den Rocky Mountains am Wochenende gefunden. Die Stelle markiert jetzt ein schlichtes Kreuz aus Steinen am Boden. Nach einer Autopsie am Dienstag bestätigte die Gerichtsmedizin: Die junge blonde Frau wurde ermordet!

BILD ist auf Spurensuche in North Port, dem Heimatort von Gabby und Brian. Rund um das Einfamilienhaus sind gelbe Tatortbänder gespannt. Brians Eltern, Chris und Roberta Laundrie, wohnen weiterhin in dem Haus.

BILD-Reporter Herbert Bauernebel sagte bei BILD LIVE: „Es gab eine dunkle Seite in dieser Beziehung.“


Der Ort trauert um die tote Gabby
Der Ort trauert um die tote GabbyFoto: Herbert Bauernebel

„Sie waren anfangs sehr nett“, sagte auch die Nachbarin Charlene Guthrie gegenüber zu BILD: „Wir sind vor einem Jahr hierhergezogen und sie haben uns sehr freundlich willkommen geheißen.“

Sie hatte Brian und Gabby mehrmals gesehen, sie wirkten fröhlich und verliebt. Ihre Meinung über ihre Nachbarn hat Guthrie nun jedoch drastisch geändert: „Dass sie nicht kollaboriert haben und nichts sagten, das ist unverzeihlich“.

Das FBI und die lokale Kripo haben bereits das Haus seiner Eltern, wo das Paar lebte, durchsucht, wie auch den Van und sein Auto. Durchleuchtet wurde außerdem Gabbys Laptop: Das FBI hoffte auf Hinweise, um das genaue Protokoll des Todes-Trips erstellen zu können.

Die letzte Aufnahme von Gabby Petito

Wie groß die Trauer in North Port ist, sieht man in einem Park vor dem Rathaus: Dort wurde eine spontane Gedenkstätte für Gabby Petito errichtet. Trauernde brachten Fotos, Blumen, Stofftiere und Grußbotschaften. Sogar ein offizielles Schild wurde von der Stadtverwaltung angebracht.

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Diane Ruffel legt im Regen einen Blumenstrauß nieder. „Es ist einfach so traurig, dass eine so junge und hübsche Frau verschwinden kann – ich hoffe, dass sie Brian finden.“ Es müsse Gerechtigkeit geben, sagte sie: „Der Zorn hier ist groß, dass er und seine Familie geschwiegen haben …“


In diesem Haus lebten Gabby und Brian
In diesem Haus lebten Gabby und Brian Foto: Octavio Jones/AFP

Die Nachbarin hatte Brian sogar nach seiner Rückkehr noch gesehen, als er „seelenruhig den Rasen mähte“.

Doch von ihm – dem Hauptverdächtigen in dem grauenhaften Mordfall – fehlt weiterhin jede Spur.


Im Ort wurde sogar schon ein Gedenkplatz für die tote Frau eingerichtet
Im Ort wurde sogar schon ein Gedenkplatz für die tote Frau eingerichtetFoto: Octavio Jones/AFP

Es wird spekuliert, dass er sich was angetan haben könnte. Es scheint, als würde das ganze Land den möglichen Mörder suchen! Die Polizei in North Port durchkämmt seit Tagen den Naturpark „Carlton Reserve“. Bisher erfolglos.

Dort war zuvor Brians Auto, ein Mustang, gefunden worden. „Das ist ein riesiges Gebiet, 75 Prozent ist Wasser, es gibt Alligatoren, Schlangen“, sagt der in Florida berühmte TV-Reporter Brian Entin, der über den Fall so hautnah berichtet wie kein anderer Reporter.

Mehr als 200 Polizeibeamte durchkämmen das Dickicht, viele auf Booten. 15 Suchhunde werden eingesetzt, wie BILD vor Ort erfuhr. Über dem Wald kreist ein Polizei-Helikopter. Am abgesperrten Eingang zu dem Reservat stehen Dutzende TV-Reporter.

„Das wurde vor allem deshalb zu einer derart großen Mediengeschichte, weil das Paar viele Videos und Fotos von einer Reise postete, die so tragisch endete – es hat das Herz aller gebrochen …“, sagt Entin.

Das Paar brach Mitte Juni von Long Island in einem weißen „Ford Transit“-Van auf. Sie wollten sich einige der Naturwunder im Westen der USA ansehen.

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Doch bei einer Polizeikontrolle im Bundesstaat Utah, festgehalten in „Bodycam“-Videos, wurde ein gewalttätiger Streit offensichtlich: Gabby heulte, wirkte verstört. Sie deutete an, dass er sie „geschlagen“ habe.


Ein Foto aus glücklichen Tagen: Gabrielle Petito und Brian Laundrie
Ein Foto aus glücklichen Tagen: Gabrielle Petito und Brian Laundrie Foto: FLORIDA POLICE/via REUTERS

Er hingegen zeigte Kratzer und blaue Flecken am Arm, behauptete, sie hätte ihn mit dem Handy attackiert. Sie wäre wegen seiner „schmutzigen Füßen“ wütend gewesen, sagte er.

„National Park Service“-Rangerin Melissa Hulls hätte bei einem Gespräch Gabby gewarnt, dass ihr die Beziehung „toxisch“ vorkomme. Sie riet ihr, die Gelegenheit wahrzunehmen, um ihre Lebenspläne zu überdenken.

Die Beamten ordneten an, dass das Paar eine Nacht getrennt verbringen soll. Ein Fahrer hatte davor beim 911-Notruf seine Beobachtungen eines weiteren heftigen Streits durchgegeben: „Der Gentleman hat das Mädchen geschlagen – dann fuhren sie weg“, sage der Anrufer.


Die Trauer im Ort ist groß: Gabby mit Engelsflügeln
Die Trauer im Ort ist groß: Gabby mit EngelsflügelnFoto: Octavio Jones/AFP

Gabby hatte Ende August den letzten Handy-Kontakt mit ihren Eltern. Dann kamen „eigenartige“ SMS-Nachrichten, so die Mutter. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Durchsuchungsbefehl hervor.

„Kannst du Stan helfen, ich bekomme ständig seine Sprachnachrichten und verpassten Anrufe“, kam von Gabbys Handynummer. Stan ist ihr Großvater, doch sie nannte ihn nie „Stan“. Vermutet wird, dass ihr Freund Brian von ihrem Smartphone aus SMS schrieb.


FBI-Ermittler stehen vor dem Haus
FBI-Ermittler stehen vor dem HausFoto: Curt Anderson/AP

Eine weitere ominöse Nachricht kam am 30. August: „Kein Handy-Service in Yosemite“. Es sollte offenbar eine falsche Fährte gelegt werden. Denn Brian wurde davor von einer Frau namens Miranda Baker bereits alleine beim Trampen nahe Jackson (US-Staat Wyoming) ein Stück mitgenommen. Er hätte „gereizt“ und „irritiert“ gewirkt.

Gabbys Muter gab an, dass sie während des Trips mehrfach mit ihrer Tochter kommunizierte und sich zusehends Sorgen über die offenbar wachsenden Spannungen zwischen ihrer Tochter und dem Verlobten machte.


Brian ist jetzt der meistgesuchteste Mann der USA
Brian ist jetzt der meistgesuchteste Mann der USAFoto: Phelan M. Ebenhack/AP

Bekannt wurde jetzt der wahrscheinlich letzte Zeitpunkt, an dem Gabby lebend gesehen wurde: Am 25. oder 26. August hätte das Paar ein Schuhgeschäft in Victor (US-Bundesstaat Idaho) besucht, so die Eigentümerin. Sie hätten fröhlich gewirkt, erzählten über ihre Reise. Sie sagten auch, dass sie verlobt wären.

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Die YouTuber Jenn und Kyle Bethune hatten jüngst auf alten Videos den weißen „Ford Transit“ entdeckt, abgestellt neben einer Schotterstraße im Grand-Teton-Park. Der Fund half den Behörden beim Aufspüren der Leiche, die dort gefunden wurde.


Gabbys Vater Joe mit Gabbys Stiefmutter Tara
Gabbys Vater Joe mit Gabbys Stiefmutter TaraFoto: Octavio Jones/AFP

Brian kehrte am 1. September zurück nach Florida. Allein. Seit letzter Woche ist er abgetaucht. Das ganze Land sucht ihn. „Social Media“ glüht wegen des Krimis, oft aber auch kursieren wilde Gerüchte – wie zuletzt der Fund eines Toten in einem Müllcontainer in Alabama. Die Polizei klärte jedoch schnell auf, dass es sich um einen Obdachlosen handelte.

Offiziell gingen mehr als 1000 weitere Hinweise bei den Ermittlern bisher ein.

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