Es riecht nicht mehr nach Burger und Pommes im West Wing.

Zwar hatte das Personal nur ganze fünf Stunden, um nach dem Auszug von Donald Trump (74) die Räume im zweiten Stock für Familie Biden in Schuss zu bringen, aber das Weiße Haus hat eine Firma hinzugezogen, die auf „deep cleaning“, also sehr gründliche Reinigungen, spezialisiert ist.

Und der ist es gelungen, auch den Geruch von Fast Food, das in den letzten Trump-Tagen üppig konsumiert wurde, aus den Räumen zu kriegen.

Die sichtbarsten Veränderungen sind aber die im Oval Office, dem wichtigsten Büro der Welt.

Joe Biden (78) ist seit Mittwoch im Amt, setzt wie jeder US-Präsident eigene Akzente. Und jede Veränderung an der Einrichtung enthält eine Botschaft.

Die wichtigste steht direkt hinter seinem Schreibtisch: Ein gerahmtes Foto seines 2015 an Krebs verstorbenen Sohnes Beau, auf dessen Schultern Bidens Enkelkind Robert Hunter, damals 3 Jahre alt.


Joe Bidens Sohn Beau starb 2015 mit 46 an Krebs. Auf diesem Foto (2. von links) trägt er seinen Sohn Robert Hunter (heute 14) auf den Schultern
Joe Bidens Sohn Beau starb 2015 mit 46 an Krebs. Auf diesem Foto (2. von links) trägt er seinen Sohn Robert Hunter (heute 14) auf den SchulternFoto: REUTERS

Bidens Tochter Ashley (39) hat im US-Fernsehen erklärt, welche Bedeutung dieses Bild für ihren Vater hat: „Beau war 46 als er starb. Dad ist der 46. Präsident. Das hat etwas zu bedeuten. Beau ist dabei, wenn Dad im Oval Office sitzt. Beau ist immer präsent.“

Am Tag vor seiner Amtseinführung sagte der jetzt mächtigste Mann der Welt unter Tränen über seinen geliebten Sohn: „Das Einzige, was ich bedaure, ist, dass er nicht hier ist. Denn wir sollten ihn als Präsidenten vorstellen.“

Nicht Bidens einziger Schicksalsschlag: Ein Foto von seiner ersten Frau Neilia († 30) und seiner Tochter Naomi († 10) trägt er in seiner Brieftasche bei sich. Sie kamen 1972 bei einem Autounfall ums Leben.

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Macht einen Schmerz zum besseren Menschen? Zum besseren Politiker?

„Ja, unbedingt“, sagt seine Tochter Ashley, „er hat Mitgefühl. Echtes Mitgefühl. Er kann den Schmerz von anderen spüren. Das macht ihn besonders.“

Die Familienfotos sind neu – und auch die Porträts an der Wand wurden getauscht. Der Indianer-Schinder Andrew Jackson (US-Präsident 1829–1837) ist weg. Stattdessen hängt da jetzt Benjamin Franklin, Co-Autor der Unabhängigkeitserklärung.

Auf dem Kamin stehen jetzt die Büsten von Martin Luther King, der Bürgerrechtlerin Rosa Parks, der Menschenrechtsaktivistin Eleanor Roosevelt sowie eine Skulptur des Apachen-Künstlers Allan Houser.

All das sind Verneigungen vor Amerikas Vielfältigkeit und vor allem auch vor der Bürgerrechtsbewegung.

Die Büste von Churchill ist weg. Dafür steht dort jetzt eine von John F. Kennedy. Der bis Mittwoch einzige katholische US-Präsident. Jetzt gibt es mit Biden zwei.

Die Gefühle, mit dem Joe Biden das erste Mal das Oval Office betrat? Laut Tochter Ashley sind es genau vier: Dankbarkeit, Hoffnung, Freude und Stolz.

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