Saudi-Arabiens Luftabwehr hat über der Hauptstadt Riad offensichtlich eine Rakete oder Drohne abgefangen. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis, das im Jemen gegen die Huthi-Rebellen kämpft, habe ein »feindliches Luftziel« zerstört, berichtete der Nachrichtensender Al-Akhbarija am Samstag. Die Nachrichtenseite »Gulf News« schrieb, Anwohner hätten am Himmel über Riad eine Explosion gehört.

Bilder des Vorfalls zeigten eine weiße Rauchwolke am Himmel und zwei zickzackförmige Kondensstreifen. Auf einem Video soll auch der Abschuss selbst zu sehen sein.

Um welche Art Flugkörper es sich genau handelte und wer den mutmaßlichen Angriff anordnete, blieb zunächst unklar. Der Verdacht richtete sich zunächst gegen die Huthi-Rebellen, die vom Norden des benachbarten Jemen aus immer wieder Ziele in Saudi-Arabien angreifen. Sie hatten ihre Angriffe in vergangenen Monaten verstärkt und dabei neben Drohnen und Raketen auch mit Sprengstoff beladene Boote eingesetzt. Im November hatten sie eine Ölanlage des Staatskonzerns Aramco mit einem Marschflugkörper angegriffen. 

Ein Vertreter der Huthis bestritt am Samstag aber jede Verantwortung der Miliz. »Unsere Kräfte haben in den vergangenen 24 Stunden keinerlei Angriffseinsatz gegen die Aggressionsländer durchgeführt«, sagte ein Huthi-Militärsprecher dem Rebellen-nahen Fernsehsender Al-Masirah mit Verweis auf Saudi-Arabien und dessen Verbündete. »Wir kündigen jeden Einsatz voller Stolz und Ehre an.«

Im vergangenen Juni hatten die Huthis die saudische Hauptstadt mit ballistischen Raketen und mit Sprengstoff beladenen Drohnen attackiert. Ziel der Angriffe waren nach Angaben aus Riad Zivilisten und zivile Einrichtungen. Den Huthis zufolge sollten sie den internationalen Flughafen und militärische Einrichtungen treffen.

Saudi-Arabien bombardiert seit 2015 Ziele im Jemen und führt dort ein Militärbündnis an. Das sunnitische Königreich sieht in den Huthi-Rebellen einen engen Verbündeten seines schiitischen Erzrivalen Iran.

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