Henry »Enrique« Tarrio liebt den martialischen Auftritt. Der Chef der rechtsextremen US-Gruppierung »Proud Boys« trägt gern eine kugelsichere Weste und gibt sich als Kämpfer gegen angebliche Bedrohungen der US-Demokratie. Eine solche witterte der bekennende Unterstützer Donald Trumps etwa im Wahlsieg des neuen US-Präsidenten Joe Biden.

Auch am Sturm auf das US-Kapitol hätte Tarrio wohl teilgenommen, wäre er nicht am Vortag in Washington festgenommen und der Stadt verwiesen worden, unter anderem, weil er mehrere Schusswaffenmagazine mit sich führte.

Doch Gerichtsakten legen nahe, dass Tarrio in der Vergangenheit auf der anderen Seite des Gesetzes aktiv war und für jenen Staat arbeitete, gegen den er offen agitiert. Wie zuerst die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, zeigen die Unterlagen, dass Tarrio zeitweise mit den US-Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitete.

Tarrio war offenbar eifriger Helfer der Ermittler

Demnach ging er 2012 eine Zusammenarbeit mit den Ermittlern ein, nachdem er eines Betrugsdelikts überführt worden war. Tarrio sollte eigentlich für 30 Monate in Haft, weil er illegal Diabetes-Teststreifen weiterverkauft haben soll. Wegen der umfangreichen Kooperation gewährte ihm ein Richter einen Erlass auf 16 Monate.

Tarrio habe die Gesetzeshüter bei »einer Vielzahl von Ermittlungen« unterstützt – auch verdeckt, heißt es in den Unterlagen. Durch seine Arbeit wurden den Dokumenten zufolge mehr als ein Dutzend Verdächtige gefasst, heißt es.

Auch ein Staatsanwalt zeigte sich laut den Unterlagen zufrieden mit Tarrios Arbeit. »Vom ersten Tag an war er es, der mit den Strafverfolgern reden wollte, um seinen Namen reinzuwaschen«, zitiert die Nachrichtenagentur AP einen Ankläger.

Die Gerichtsakten bringen Tarrio in Erklärungsnot. Die »Proud Boys« sehen sich dem Kampf gegen einen angeblichen »deep state«, einen Staat im Staat, verpflichtet. Der bewaffneten Gruppierung wird auch das Potenzial für Gewalttaten nachgesagt.

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